Zecken

Zecken gehören zu den Spinnentieren, sie werden den Milben der Unterordnung Parasitiformes zugeordnet. Sie sind ab ca.7 Grad aktiv. Optimale Umweltbedingungen sind 17-20°C Temperatur und sie benötigen ein Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit. Die übliche Hochsaison reicht daher von März bis Oktober, Abweichungen sind durch besondere Wetterlagen aber immer möglich. Zecken sind geduldige und aufmerksame Jäger. Um auf einen Wirt, sei es Tier oder Mensch, zu gelangen, warten sie in Gräsern und Büschen. Erwachsene Zecken erklettern dabei lediglich eine Höhe von maximal 1,50 Metern, Nymphen von bis zu 50 Zentimetern und Larven von bis zu 25 Zentimetern. Dort klammern sie sich mit ihren hinteren Beinpaaren fest, lauern auf ein vorbeikommendes Opfer und werden bei Kontakt abgestreift.

Der Entwicklungszyklus der Zecke

Während ihres Lebens durchläuft die Zecke drei Entwicklungsstadien: von der Larve (0,5mm) über die Nymphe (1-1,5mm) bis zur erwachsenen Zecke (3,5-4,5mm). In jedem Stadium benötigt die Zecke eine Blutmahlzeit. Der gesamt Zyklus dauert in der Regel zwei bis drei Jahre. Der Larve folgt nach einer ersten Blutmahlzeit die geschlechtslose Nymphe. Aus dieser entwickelt sich nach einer erneuten Mahlzeit die erwachsene, geschlechtsreife Zecke. Auch diese benötigt erneut einen Wirt -weibliche Zecken müssen für die Eiablage (bis zu 3.000 Eier) besonders viel Blut aufnehmen. Ihre Mahlzeiten können bis zu neun Tage dauern, bevor sie den Wirt wieder verlassen und nach der Eiablage schließlich sterben. Die männliche Zecke stirbt bereits nach der Paarung. Wenn es sein muss, kann eine Zecke bis zu zwei Jahre auf Nahrung verzichten. Lässt sich kein Wirt finden, kann sich der Entwicklungszyklus damit auf bis zu fünf Jahre verlängern.

Welche Zeckenarten sind besonders verbreitet?

Es gibt drei Zeckenarten, die für den Tierhalter zu beachten sind: der Holzbock (Ixodes ricinus), die Auwaldzecke(Dermacentor reticulatus) und die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus).

>> Der Holzbock ist die bekannteste Zeckenart, kommt überall in Deutschland vor und ist im Gras und dichten Unterholz zu finden. Sie ist bekannt für die Übertragung von Borreliose.

>> Die Auwaldzecke, ursprünglich in Ungarn, Österreich und Norditalien beheimatet, hat sich in den letzten Jahren verstärkt in Deutschland verbreitet. Sie ist bei Hundebesitzern gefürchtet, da sie Babesiose (Hunde-Malaria) übertragen kann.

>> Die Braune Hundezecke, war ursprünglich auf Südeuropa beschränkt. Einschleppung und Klimawandel haben dazu geführt, dass sie mittlerweile auch in Deutschland nachgewiesen werden.

Wie erkenne ich Krankheitsanzeichen, die in Zusammenhang mit einem Zeckenstich stehen könnten?

Sollten Sie keine Zecke mehr finden, könnten Rötung, Schwellung und Juckreiz auf einen Zeckenstich hindeuten. Diese Symptome einer örtlichen Entzündungsreaktion kommen recht häufig vor. Bei Krankheitsanzeichen wie Lahmheiten, Fieber (>39°C ), gefüllten Gelenken, Abgeschlagenheit und blassen Schleimhäuten sollten Sie Ihren Tierarzt aufsuchen, da diese Symptome Anzeichen einer durch Zecken übertragenen Erkrankung sein können.

Was sind die am häufigsten von Zecken übertragene Krankheiten?

BORRELIOSE   Borreliose ist eine der häufigsten Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden können und mit schweren Krankheitserscheinungen einhergehen. Mittlerweile existiert die Möglichkeit, den Hund gegen Borreliose zu impfen (Impfung schützt nicht vor einem Zeckenbefall). 

EHRLICHIOSE  Die Braune Hundezecke bildet das Reservoir für Ehrlichien (Erreger für Krankheiten), die im Haustier vor allem weiße Blutkörperchen befallen und die Blutneubildung behindern. Hunde, die im Ausland waren oder importiert wurden, sollten auf diese Erkrankung getestet werden.

BABESIOSE (HUNDE - MALARIA)  Babesien (Krankheitserreger) befallen im Haustier rote Blutkörperchen und zerstören sie. Die braune Hundezecke und auch die Auwaldzecke stellen hier das Erregerreservoir da. Eine Untersuchung auf Babesien sollte bei Hunden aus dem Ausland ebenfalls durchgeführt werden.

FSME  Auch die Viren der Frühsommer-Meningoenzephalitis können von Zecken auf Ihren Hund übertragen werden.

Wie kann ich meinen Hund oder meine Katze vor Zecken schützen?

>> Meiden Sie hohes Gras und dichtes Unterholz, um einem Befall vorzubeugen. >> Suchen Sie Ihren Hund nach Spaziergängen und Gartenaufenthalten nach Zecken ab. Denn je länger eine Zecke am Tier ist, desto höher ist die Ansteckungsgefahr. Innerhalb der ersten 24 Stunden ist das Infektionsrisiko geringer. >> Benutzen Sie moderne   Spot- on Präparate oder Sprays (sollten Repellent und insektizid wirken), um einem Befall vorzubeugen. >> Eine Zecke ist schnellstmöglich unter  "Stressvermeidung" mit Hilfe einer Zeckenkarte oder Pinzette zu entfernen. Da es ansonsten zu einer verstärkten Übertragung der Krankheitserreger kommen kann. Eine Quetschung der Zecke sollte daher verhindert werden. Bitte benutzen Sie kein Öl, Klebstoff oder andere Hilfsstoffe um sie zu ersticken. Denn mit all diesen gut gemeinten, aber falschen Sofortmaßnahmen würde man das Risiko nur erhöhen. Falls der Zeckenkopf in der Haut verbleibt, so wächst dieser nach einer gewissen Zeit wieder heraus. Wenn eine Entzündung entsteht, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden. >> Eine Mitnahme Ihres Hundes in südliche Länder ist mit einem sehr hohem Risiko verbunden. Ist dies aber nicht vermeidbar, sollten Sie ihren Hund vorbeugend gegen einen Zeckenbefall behandeln.

Kann ich durch den Kontakt mit meinem Haustier selbst einen Zeckenstich bekommen?

Ein Zeckenstich beim Menschen entsteht meist bei Aufenthalt im Unterholz oder Wald. Durch engen Kontakt mit Ihrem Haustier und durch Wandereigenschaften der Zecke ist es nicht ausgeschlossen, dass eine Zecke von Ihrem Haustier auf Sie übertragen wird.

Was tun mit der Zecke?

Unschädlich gemacht werden können die Zecken durch kräftigen Druck mit dem flachen Fingernagel gegen eine ebene, feste Unterlage, am besten auf einem Stück weißen Papier. Wenn die Zecke anschließend im Labor auf Borrelien oder FSME-Erreger untersucht werden soll, gibt man sie in einem kleinen Plastikbeutel. Man kann aber auch die ganze Zecke bzw. die Zeckenreste auf dem Papierstückchen mit einem transparenten Klebestreifen befestigen.

Quelle: >> Fr. Dr. Strohbrücker in Zusammenarbeit mit mosquito-parasitenschutz                                                        

 

 

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